Veröffentlicht am Mai 17, 2024

Die weitverbreitete Annahme, Sonnencreme sei nur etwas für den Strand, ist der größte und teuerste Fehler der modernen Hautpflege. Die Wahrheit ist: Ungeschützte Haut altert jeden Tag, auch im Büro.

  • Die „2-Finger-Regel“ (zwei Fingerlängen Produkt für Gesicht und Hals) definiert die wissenschaftlich belegte Menge, um den angegebenen Schutzfaktor (LSF) zu erreichen. Weniger bedeutet drastisch reduzierten Schutz.
  • UVA-Strahlen, die Hauptursache für Hautalterung, dringen durch Wolken und Fensterglas. Ohne täglichen Schutz findet „Photoaging“ permanent statt.
  • Der Unterschied zwischen LSF 30 und LSF 50 ist prozentual gering, bedeutet aber 50 % weniger schädliche Strahlung, die auf die Haut trifft – ein entscheidender Faktor für die langfristige Gesundheit.

Empfehlung: Integrieren Sie einen Breitband-Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 als letzten, nicht verhandelbaren Schritt in Ihre tägliche Morgenroutine – 365 Tage im Jahr.

Die meisten Menschen verbinden Sonnencreme mit Sommer, Strand und der Vermeidung eines schmerzhaften Sonnenbrands. Doch als Experte für Hautgesundheit sehe ich täglich die Konsequenzen einer viel subtileren, aber weitaus schädlicheren Fehleinschätzung: der Annahme, dass Sonnenschutz ein optionales Produkt für besondere Anlässe sei. In Wahrheit ist die Sonne der größte externe Faktor für die sichtbare Hautalterung – Falten, Pigmentflecken und Elastizitätsverlust sind zu einem überwältigenden Teil das Ergebnis kumulativer UV-Schäden. Die entscheidende Frage ist also nicht, *ob* Sie täglich Sonnenschutz verwenden sollten, sondern *wie* Sie es richtig tun.

Die größte Hürde ist dabei oft die schiere Menge. Viele tragen aus Gewohnheit oder um ein klebriges Gefühl zu vermeiden, nur einen Bruchteil der notwendigen Dosis auf. Hier kommt die 2-Finger-Regel ins Spiel, eine einfache Faustformel, um die korrekte Menge für Gesicht und Hals abzuschätzen. Die wissenschaftlichen Tests, die den Lichtschutzfaktor (LSF) auf einer Verpackung bestimmen, basieren auf einer Auftragsmenge von 2 mg pro Quadratzentimeter Haut. Alles, was darunter liegt, reduziert den Schutz exponentiell. Ein LSF 50 kann bei zu dünnem Auftrag schnell auf einen Schutz von LSF 10 oder weniger fallen. Dieser Artikel geht weit über die Grundlagen hinaus und beleuchtet die Aspekte des Sonnenschutzes, die im Alltag wirklich zählen – von der unsichtbaren Gefahr hinter Glas bis zur Frage, wie man den Schutz über dem Make-up erneuert.

Um Ihnen eine klare und strukturierte Übersicht zu bieten, behandelt dieser Leitfaden die wichtigsten Fragen und Mythen rund um den täglichen UV-Schutz. Sie werden lernen, die verschiedenen Arten von Strahlung und Filtern zu verstehen und die für Sie passende Strategie zu entwickeln.

UVA vs. UVB: Warum Sie auch im Büro durch das Fenster altern (Photoaging)?

Wenn wir über Sonnenschutz sprechen, denken die meisten an UVB-Strahlen – die „Brenn-Strahlen“, die für Sonnenbrand verantwortlich sind. Doch der weitaus heimtückischere Feind für die Hautgesundheit und -jugendlichkeit sind die UVA-Strahlen. Diese „Alterungs-Strahlen“ dringen tiefer in die Haut ein und zerstören dort Kollagen und Elastin, die für die Festigkeit und Spannkraft unserer Haut verantwortlich sind. Das Ergebnis dieses Prozesses, bekannt als Photoaging, sind vorzeitige Falten, ein fahler Teint und Pigmentverschiebungen.

Der entscheidende Punkt ist: Während UVB-Strahlen von Fensterglas weitgehend blockiert werden, dringen UVA-Strahlen fast ungehindert hindurch. Das bedeutet, dass Ihre Haut an einem sonnigen Platz im Büro, im Auto oder zu Hause am Fenster kontinuierlich dem Alterungsprozess ausgesetzt ist, auch wenn Sie keinen Sonnenbrand bekommen. Diese tägliche, unterschwellige Belastung ist der Hauptgrund, warum Dermatologen einen täglichen Breitbandschutz (Schutz vor UVA und UVB) als die wichtigste Anti-Aging-Maßnahme überhaupt betrachten.

Die UVA-Strahlung ist zudem das ganze Jahr über konstant präsent, unabhängig von der Jahreszeit oder dem Wetter. Sie macht etwa 95 % der UV-Strahlung aus, die die Erdoberfläche erreicht. Die Vorstellung, nur im Sommer Schutz zu benötigen, ist daher ein gefährlicher Irrglaube, der den kumulativen Schaden ignoriert, der über Jahrzehnte entsteht und sich erst später als sichtbare Hautalterung manifestiert.

Wie frischen Sie den Sonnenschutz mittags auf, ohne Ihre Foundation zu zerstören?

Die Empfehlung, den Sonnenschutz alle zwei Stunden aufzufrischen, ist wissenschaftlich fundiert, aber für die meisten Menschen, die Make-up tragen, im Alltag schlichtweg unrealistisch. Der Gedanke, eine cremige Lotion über einer sorgfältig aufgetragenen Foundation zu verteilen, ist ein Albtraum. Glücklicherweise hat die Kosmetikindustrie dieses Problem erkannt und bietet heute eine Reihe von innovativen Produkten, die eine Auffrischung ermöglichen, ohne das Make-up zu ruinieren. Die Anwendungs-Realität erfordert intelligente Lösungen.

Die Wahl des richtigen Formats hängt von Ihrem Hauttyp und Ihren Vorlieben ab. SPF-Sprays (Brume) sind am einfachsten in der Anwendung, bieten jedoch potenziell einen weniger gleichmäßigen Schutzfilm. Puder mit LSF sind ideal, um den Teint zu mattieren und gleichzeitig den Schutz zu erneuern, können aber bei trockener Haut unvorteilhaft wirken. Sticks ermöglichen eine präzise Anwendung auf den am stärksten exponierten Stellen wie Nase, Wangenknochen und Stirn, können aber die Foundation leicht verschieben, wenn man nicht vorsichtig ist.

Für eine effektive Auffrischung ist die richtige Technik entscheidend. Anstatt zu reiben, sollten Sie das Produkt sanft auf die Haut tupfen oder aus ausreichendem Abstand aufsprühen. So wird die darunterliegende Make-up-Schicht so wenig wie möglich gestört. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die gängigsten Formate.

Format Efficacité protection Impact sur maquillage Praticité
Brume SPF Moyenne (application moins uniforme) Minimal Très pratique
Poudre SPF Bonne pour retouche Matifie, peut assécher Pratique
Stick SPF Excellente (application précise) Peut faire bouger le fond Zones ciblées
Cushion SPF Très bonne Unifie et hydrate Moyennement pratique

Ihr Plan zur Auffrischung des Sonnenschutzes über Make-up

  1. Vorbereitung: Überschüssigen Talg und Glanz mit einem Blotting Paper (Mattierungspapier) sanft abtupfen, ohne zu reiben. Dies schafft eine saubere Basis für die erneute Anwendung.
  2. Erfrischung: Eine leichte, feuchtigkeitsspendende Gesichtsessenz oder ein Thermalwasserspray aufsprühen, um die Haut zu hydratisieren und das Make-up aufzufrischen, bevor der neue LSF aufgetragen wird.
  3. Anwendung: Den gewählten Sonnenschutz (Stick, Puder oder Cushion) vorsichtig auf die Haut tupfen, nicht wischen. Bei einem Spray die Augen schließen, den Mund zusammenpressen und aus ca. 20 cm Entfernung gleichmäßig aufsprühen.
  4. Kontrolle: Kurz warten, bis das Produkt eingezogen ist, und das Make-up bei Bedarf mit den Fingern oder einem Schwämmchen sanft verblenden.
  5. Priorisierung: Konzentrieren Sie die Auffrischung auf die am stärksten exponierten Bereiche wie Stirn, Nase, Wangenknochen und Kinn.

Chemische oder Mineralische Filter: Was brennt nicht in den Augen beim Sport?

Die Debatte zwischen chemischen (auch organischen) und mineralischen (auch anorganischen) Filtern ist oft von persönlichen Vorlieben geprägt. Wenn es jedoch um Sport und starkes Schwitzen geht, wird die Wahl zu einer Frage der Funktionalität und des Komforts. Nichts ist störender als brennende, tränende Augen mitten in einer Trainingseinheit, verursacht durch Sonnencreme, die durch Schweiß ins Auge gelangt. Dieses Problem tritt signifikant häufiger bei bestimmten chemischen Filtern auf.

Mineralische Filter wie Zinkoxid und Titandioxid wirken wie winzige Spiegel auf der Hautoberfläche, die die UV-Strahlen reflektieren. Sie dringen nicht in die Haut ein, was das Risiko von Irritationen und allergischen Reaktionen erheblich senkt. Das macht sie zur ersten Wahl für empfindliche Haut, Kinder und eben auch für Sportler. Da sie auf der Haut liegen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie beim Schwitzen in die Augen gelangen und Reizungen verursachen, deutlich geringer. Ihr Nachteil: Sie können einen sichtbaren weißlichen Film hinterlassen und müssen nach starkem Schwitzen oder Wasserkontakt sorgfältiger erneuert werden, da sie sich leichter abreiben. Analysen von Solarformulierungen zeigen, dass einige chemische Filter besonders problematisch sein können; laut Analysen von Solarformulierungen sind die 3 wichtigsten chemischen Reizfilter Oxybenzon, Octinoxat und Avobenzon.

Chemische Filter hingegen absorbieren die UV-Strahlung und wandeln sie in Wärme um. Sie sind in der Regel leichter, ziehen schnell ein und sind auf der Haut unsichtbar. Ihre Formulierung macht sie jedoch anfälliger dafür, sich mit Schweiß zu vermischen und in die Augen zu laufen. Wer beim Sport nicht auf chemische Filter verzichten möchte, sollte auf Produkte der „neuen Generation“ mit moderneren, größeren Molekülen achten, die stabiler sind und weniger Irritationspotenzial haben.

Nahaufnahme eines sportlichen Gesichts, das den Unterschied zwischen mineralischem und chemischem Sonnenschutz auf der Haut zeigt.

Für Sportler lautet die Empfehlung daher klar: Greifen Sie zu einem mineralischen Sonnenschutz, insbesondere für die Augenpartie. Eine Hybridlösung ist ebenfalls eine gute Strategie: ein mineralischer Stick um die Augen und eine leichtere chemische Lotion für den Rest des Gesichts und Körpers. Diese „Filter-Intelligenz“ kombiniert das Beste aus beiden Welten: effektiven Schutz ohne brennende Augen.

Der Wolken-Irrtum: Warum bis zu 80% der UV-Strahlung auch bei Bewölkung durchkommt?

Einer der hartnäckigsten und gefährlichsten Mythen im Bereich Sonnenschutz ist die Annahme, dass ein bewölkter Himmel ausreichenden Schutz bietet. Viele Menschen verzichten an grauen Tagen auf Sonnencreme, weil sie die direkte Wärme der Sonne nicht spüren. Dies ist ein fataler Trugschluss, denn die Temperatur hat nichts mit der Intensität der UV-Strahlung zu tun. Insbesondere die alterungsfördernden UVA-Strahlen sind Meister der Infiltration.

Wissenschaftliche Messungen belegen, dass je nach Dichte der Wolkendecke bis zu 80 % der UV-Strahlung die Erdoberfläche erreicht. Leichte bis mittlere Bewölkung kann die Strahlung sogar durch Streuungseffekte intensivieren. Wie vom französischen Wirtschaftsministerium in seinem Leitfaden zur Sonnenpflege hervorgehoben wird: „Im Gegensatz zu UVB-Strahlen, die von Wolken behindert werden können, sind UVA-Strahlen das ganze Jahr über und sogar bei bewölktem Wetter vorhanden.“ Das bedeutet, dass die Hautalterung an einem wolkigen Frühlingstag genauso voranschreiten kann wie an einem sonnigen Sommertag.

Anstatt sich auf das Wetter oder die Temperatur zu verlassen, ist der UV-Index das einzig verlässliche Maß für die Strahlenbelastung. Dieser Index, der täglich in Wettervorhersagen angegeben wird, beschreibt die sonnenbrandwirksame UV-Strahlungsintensität. Offiziellen Gesundheitsempfehlungen zufolge ist bereits ab einem UV-Index von 3 ein Sonnenschutz erforderlich. In vielen Teilen Mitteleuropas wird dieser Wert von Februar bis Oktober an den meisten Tagen erreicht, auch wenn der Himmel bedeckt ist. Tägliche Anwendung von Breitbandschutz ist daher keine Übertreibung, sondern eine logische Konsequenz aus diesen wissenschaftlichen Fakten.

Der kumulative Schaden, der durch diese unbemerkte, tägliche Exposition entsteht, ist enorm. Er ist der Hauptgrund für die Diskrepanz zwischen dem chronologischen Alter einer Person und dem biologischen Alter ihrer Haut. Wer also langfristig eine gesunde und jugendlich aussehende Haut bewahren möchte, muss den „Wolken-Irrtum“ überwinden und Sonnenschutz zu einer ganzjährigen Gewohnheit machen.

Brauchen Sie wirklich Schutz vor dem Blaulicht (HEV) Ihres Bildschirms?

In den letzten Jahren ist die Sorge vor dem sogenannten Blaulicht oder HEV-Licht (High-Energy Visible Light), das von digitalen Bildschirmen wie Smartphones, Laptops und Tablets ausgestrahlt wird, stark gewachsen. Viele Kosmetikmarken bieten mittlerweile spezielle Produkte an, die vor dessen schädlichen Auswirkungen schützen sollen. Doch ist diese Sorge berechtigt oder handelt es sich um geschicktes Marketing? Die Antwort liegt wie so oft in der Dosis.

Es ist wissenschaftlich belegt, dass HEV-Licht oxidativen Stress in der Haut verursachen und zur Bildung freier Radikale beitragen kann, was langfristig die Hautalterung beschleunigt und Pigmentstörungen (insbesondere bei dunkleren Hauttönen) verschlimmern kann. Der entscheidende Punkt ist jedoch die Quelle dieses Lichts. Die mit Abstand größte Quelle für Blaulicht ist die Sonne. Eine vergleichende Studie zeigt, dass das Blaulicht der Sonne 1000-mal intensiver ist als das von unseren Bildschirmen. Wer also bereits täglich einen Breitband-Sonnenschutz verwendet, ist in der Regel auch gut vor dem HEV-Licht geschützt, dem er im Freien ausgesetzt ist.

Der Schutz, den herkömmliche Sonnenschutzmittel bieten, kann jedoch optimiert werden. Während chemische Filter und Zinkoxid einen gewissen Schutz bieten, sind es vor allem getönte Formulierungen, die einen signifikanten Vorteil haben. Die enthaltenen Eisenoxide, die für die Tönung verantwortlich sind, sind äußerst effektiv bei der Blockierung von sichtbarem Licht, einschließlich des blauen Spektrums. Eine weitere wichtige Säule der Verteidigung sind Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E oder Niacinamid. Sie neutralisieren die freien Radikale, die durch HEV-Licht entstehen, und bieten so einen sekundären Schutz von innen.

Moderner Büroraum, der das Zusammenspiel von natürlichem Fensterlicht und dem blauen Licht von Bildschirmen zeigt.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Angst vor dem Blaulicht von Bildschirmen allein rechtfertigt keine Panik. Ein guter, täglich aufgetragener Breitband-Sonnenschutz, idealerweise getönt und/oder mit Antioxidantien angereichert, bietet einen robusten Schutz vor der weitaus stärkeren HEV-Strahlung der Sonne und schirmt gleichzeitig ausreichend vor der geringeren Belastung durch digitale Geräte ab.

UV-Index 3 bis 11:Mut zur Farbe: Wie Sie mit einem einzigen Statement-Piece Ihr Selbstbewusstsein stärken?

Wenn der UV-Index steigt, greifen wir instinktiv zu Sonnencreme. Aber was ist mit unserer Kleidung? Viele gehen fälschlicherweise davon aus, dass jeder Stoff einen vollständigen Schutz bietet. Die Realität ist jedoch, dass die UV-Durchlässigkeit von Textilien stark variiert. Material, Webdichte und vor allem die Farbe spielen eine entscheidende Rolle für den sogenannten Ultraviolet Protection Factor (UPF) eines Kleidungsstücks.

Eine oft zitierte Studie zeigt, dass ein einfaches, weißes Baumwoll-T-Shirt oft nur einen UPF von etwa 7 hat. Wird es nass, sinkt dieser Wert sogar noch weiter. Das ist bei einem hohen UV-Index völlig unzureichend und kann zu überraschenden Sonnenbränden führen. Im Gegensatz dazu absorbieren dunkle und leuchtende Farben die UV-Strahlung wesentlich besser und bieten somit einen höheren natürlichen Schutz. Ein dunkelblaues oder schwarzes T-Shirt aus dem gleichen Material kann leicht einen UPF von 30 oder mehr erreichen.

Hier schließt sich der Kreis zwischen funktionalem Schutz und modischem Ausdruck. Anstatt sich hinter faden, hellen Stoffen zu verstecken, können Sie den Sonnenschutz aktiv als Stilmittel nutzen. An einem Tag mit hohem UV-Index wird ein farbenfrohes Kleid, eine leuchtende Bluse oder eine Hose in kräftigen Tönen zu Ihrem funktionalen Schutzschild. Diese bewusste Entscheidung für Farbe kann nicht nur Ihre Haut schützen, sondern auch Ihr Selbstbewusstsein stärken. Ein einzelnes Statement-Piece in einer kraftvollen Farbe zieht die Blicke auf sich, signalisiert Selbstsicherheit und dient gleichzeitig als smarte Barriere gegen schädliche Strahlung.

Anstatt Kleidung also nur als Bedeckung zu sehen, betrachten Sie sie als Teil Ihrer Sonnenschutzstrategie. An Tagen, an denen der UV-Index zwischen 3 und 11 liegt, ist die Wahl der richtigen Kleidung genauso wichtig wie die Anwendung von Sonnencreme auf unbedeckten Hautstellen. Nutzen Sie die Kraft der Farben, um sich sowohl sicher als auch stilvoll zu fühlen.

Mimikfalten vs. Altersfalten: Welche Linien machen sympathisch und welche alt?

Falten sind nicht gleich Falten. In der Dermatologie und Ästhetik unterscheiden wir grundlegend zwischen zwei Arten: Mimikfalten und statischen Altersfalten. Das Verständnis dieses Unterschieds ist entscheidend, um zu erkennen, welche Linien unserem Gesicht Charakter und Sympathie verleihen und welche uns müde und älter aussehen lassen – und vor allem, wie wir letztere verhindern können.

Mimikfalten, auch dynamische Falten genannt, entstehen durch die wiederholte Bewegung unserer Gesichtsmuskeln. Lachfältchen um die Augen (Krähenfüße), die Zornesfalte zwischen den Brauen oder die horizontalen Stirnfalten gehören dazu. Sie sind ein Zeichen eines ausdrucksstarken, lebendigen Gesichts und werden oft als sympathisch und attraktiv empfunden. Sie erzählen die Geschichte unseres Lebens und unserer Emotionen.

Statische Altersfalten hingegen sind auch im Ruhezustand des Gesichts sichtbar. Sie entstehen durch den altersbedingten Abbau von Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure in der Haut. Die Haut verliert an Volumen und Spannkraft und „bricht“ an bestimmten Stellen. Während die Genetik eine Rolle spielt, ist der mit Abstand größte Beschleuniger dieses Prozesses ein externer Faktor: die Sonne. Über die Jahre können sich Mimikfalten durch den Elastizitätsverlust in statische Falten verwandeln, aber viele statische Falten, insbesondere feine Linien und eine kreppartige Hauttextur, sind direkte Folge des Photoagings.

Le soleil est responsable à 80% du vieillissement cutané prématuré.

– Oh My Cream, Guide protection solaire anti-âge

Diese erstaunliche Zahl bedeutet, dass der Großteil der Falten, die wir als „Altersfalten“ bezeichnen, in Wirklichkeit „Sonnenfalten“ sind. Die gute Nachricht: Während wir unsere Mimik nicht aufgeben wollen und sollten, können wir den Prozess der statischen Faltenbildung massiv verlangsamen. Tägliche, konsequente Anwendung eines Breitband-Sonnenschutzes ist die wirksamste Präventionsstrategie, um die Hautstruktur zu erhalten und dafür zu sorgen, dass unsere Falten nur die Geschichten unseres Lachens erzählen, nicht die unserer Nachlässigkeit gegenüber der Sonne.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Menge ist entscheidend: Die 2-Finger-Regel ist keine Übertreibung, sondern die notwendige Menge, um den aufgedruckten LSF zu erreichen.
  • Schutz ist eine tägliche Aufgabe: UVA-Strahlen, die Hauptursache der Hautalterung, dringen durch Wolken und Fenster. Schutz ist 365 Tage im Jahr nötig.
  • Praktische Lösungen existieren: Das Auffrischen von Sonnenschutz über Make-up ist mit Sprays, Pudern oder Sticks möglich, ohne das Make-up zu ruinieren.

LSF 30 oder 50+: Welcher Schutzfaktor ist für Ihren Hauttyp wirklich notwendig?

Die Wahl des richtigen Lichtschutzfaktors (LSF) sorgt oft für Verwirrung. Ist LSF 50 wirklich so viel besser als LSF 30? Oder reicht ein niedrigerer Faktor für den Alltag aus? Um diese Frage zu beantworten, muss man verstehen, was die Zahlen bedeuten und wie sie sich auf verschiedene Hauttypen und Expositionssituationen auswirken.

Der LSF gibt an, wie viel länger man sich theoretisch der Sonne aussetzen kann, bevor ein Sonnenbrand auftritt, im Vergleich zur ungeschützten Haut. Wichtiger ist jedoch der prozentuale Schutz vor UVB-Strahlen: LSF 30 blockiert etwa 97 % der UVB-Strahlen, während LSF 50 etwa 98 % blockiert. Auf den ersten Blick scheint dieser Unterschied von 1 % minimal zu sein. Doch die Perspektive ändert sich, wenn man betrachtet, wie viele Strahlen durchgelassen werden: Dermatologen stellen klar, dass LSF 30 3% der UVB-Strahlen durchlässt, während LSF 50 nur 2% durchlässt. Das bedeutet, dass mit LSF 50 50 % weniger schädliche Strahlung auf Ihre Haut trifft. Bei täglicher Anwendung über Jahre hinweg summiert sich dieser Unterschied zu einem erheblichen Vorteil in der Prävention von Hautkrebs und Photoaging.

Die Wahl des richtigen LSF hängt stark vom individuellen Phototypen und der geplanten Exposition ab. Menschen mit sehr heller Haut (Phototyp I und II), die schnell einen Sonnenbrand bekommen und kaum bräunen, sollten grundsätzlich immer zu LSF 50+ greifen. Für dunklere Hauttypen (ab Phototyp III), die eine höhere Eigenschutzzeit haben, kann an Tagen mit geringer Exposition (z. B. kurzer Aufenthalt im Freien) ein LSF 30 ausreichend sein. Bei intensiver Sonneneinstrahlung wie im Urlaub, am Berg oder auf dem Wasser ist jedoch auch für sie LSF 50+ die sicherere Wahl.

Die folgende Tabelle bietet eine Orientierungshilfe, um den passenden Schutz für Ihre Bedürfnisse zu finden. Denken Sie daran: Diese Empfehlungen gelten nur bei korrekter und großzügiger Anwendung gemäß der 2-Finger-Regel.

Leitfaden zur Wahl des LSF nach Phototyp und Exposition
Phototype Caractéristiques Exposition modérée Exposition intense
I-II Peau très claire, cheveux blonds/roux SPF 50+ SPF 50+ obligatoire
III-IV Peau claire à mate SPF 30-50 SPF 50+
V-VI Peau mate à foncée SPF 20-30 SPF 30-50

Die Entscheidung für den richtigen LSF ist eine Abwägung von Hauttyp und Situation. Eine detaillierte Betrachtung Ihres persönlichen Bedarfs ist der letzte Schritt zu einer perfekten Schutzstrategie.

Jetzt, da Sie die wissenschaftlichen Hintergründe und praktischen Tipps für einen lückenlosen Sonnenschutz kennen, liegt es an Ihnen, dieses Wissen konsequent anzuwenden. Die Integration eines Breitband-Sonnenschutzes in Ihre tägliche Routine ist die wirkungsvollste und kostengünstigste Investition in die langfristige Gesundheit und das jugendliche Aussehen Ihrer Haut.

Geschrieben von Sophie Dr. Krüger, Fachärztin für Dermatologie und Allergologie mit eigener Praxis in Hamburg und 10 Jahren klinischer Erfahrung. Ihr Schwerpunkt liegt auf evidenzbasierter Hautpflege (Medical Skincare), Akne-Behandlung und Hautkrebsvorsorge.